Ich kenne nicht so viele meiner Fotografen-Kollegen die mit Capture One arbeiten. Die meisten nehmen hierfür Lightroom CC.

Meine Entscheidung fiel auf Capture One (C1) weil ich einfach mal beide Versionen ausgiebig getestet habe.

Ich schreibe Euch meine Entscheidungsgrundlage, sowie Pro und Contras auf. Natürlich liegt dies im Anblick des Betrachter und Kameranutzers, dazu aber später.

Pro Capture One:

Hautton:

Dabei fiel mir auf, dass bei gleichen Parametereinstellungen eines Bildes, der Hautton viel angenehmer aussah als in Lightroom. In Lightroom wirkt alles etwas flauer, dagegen hat man in Capture One einen kräftigen und gesunden Hautton.

Ebenen-Funktion:

Mit dem Update auf Capture One Pro 11 hat Lightroom die Ebenen-Funktion eingeführt. Und ich muss sagen, dass ich diese sehr oft nutze. Die meisten von Euch kennen dies von Photoshop. Wer jedoch lediglich in Capture One arbeiten möchte, wird hiervon begeistert sein.

Luma-Kurve:

Um Kontrast in das Bild zu bekommen, jedoch kein übersättigtes Bild zu erhalten kann in Capture One die Luma-Kurve nutzen.

Tonwerte:

In Photoshop unter „Tonwertkorrektur“ bekannt, findet sich diese in Capture One wieder. Im Prinzip kann man mit den Tonwerten die gleichen Ergebnisse erzielen wie mit den Kurven.

Klarheit/Strukturregler:

Eines meiner Lieblingsregler sind die Klarheits- und Strukturregler. Der Klarheitsregler ist dabei nicht so aggressiv wie bei Lightroom. Diesen kann man gern etwas höher drehen.

Der Strukturregler ist ein Genuss. Hierbei kommen jede Menge Details zum Vorschein. Einfach klasse. Jedoch sollte man die Haare gut im Blick haben, damit diese nicht zu scharf gedreht werden.

Preis:

Für Sony-Nutzer ist der Preis einfach unschlagbar. Ich selbst habe nicht einmal 50 EUR für das Programm bezahlt. Dies liegt daran, dass Sony mit Phase One eine Kooperation pflegt und man als Sony Nutzer davon profitiert.

Contra Capture One:

Presets/Styles:

Zunächst einmal sei gesagt, dass vorgefertigte Einstellungen bei Capture One nicht „Presets“ sondern „Styles“ heißen. Hierbei fällt auf, dass es recht wenige gute vorgefertigte Styles gibt. Phase One (Hersteller von Capture One) selbst bietet diverse Pakete an, die jedoch relativ teuer sind. Hierbei kann man nur hoffen, dass demnächst einige Fotografen ihre Styles kostengünstig zur Verfügung stellen

Keine Kamerakalbrierung:

In Lightroom hat man die Kamerakalibrierung, womit man dem Bild einen fantastischen Feinschliff an Farbstimmung geben kann. Nicht selten bekommt das Bild hierbei den besonderen Look. In Capture One selbst gibt es diese Einstellung nicht. Hierbei muss man ein teures Programm namens BasicColor Input 5 kaufen, um sich ICC-Profile erstellen kann.

Pro Lightroom:

Presets:

Der Nachteil von Capture One ist zugleich der Vorteil von Lightroom. Es gibt unglaublich viele und tolle Presets für Lightroom. Unzählige Fotografen stellen diese für kleines Geld zum download zur Verfügung und gerade Hochzeitsfotografen profitieren enorm durch die Zeitersparnis.

Bibliothek:

Den Aufbau der Bibliothek in Lightroom finde ich aus persönlicher Sicht angenehmer und übersichtlicher. Ich fühlte mich hierbei in meiner Ordnung wohler. Dies ist natürlich ein wichtiges Kriterium bei den Massen an Bildern die wir fertigen

Tutorials:

Für Lightroom gibt es wesentlich mehr Video-Tutorials. Sowohl bei YouTube oder auch käuflich zu erwerbende Tutorials findet man für Lightroom eine riesige Auswahl. Bei Capture One ist es da schon etwas spärlich ausgesprochen gute Tutorials zu finden. Die kann gerade für Anfänger eine klare Entscheidung für Lightroom sein.

Zu den Contras werde ich nichts schreiben, da ich mich für Capture One aufgrund der Pros entschieden habe. Lightroom ist ebenfalls ein tolles Programm und man kann die Pros von Capture One auch als Contras von Lightroom verkaufen, aber das bleibt jedem selbst überlassen.

Fazit:

Man kann nicht sagen, welches Bildbearbeitungsprogramme das Bessere ist. Jedes genießt seine Vorteile. Man muss für sich selbst entscheiden, was man will. Ich empfehle beide Programme ausgiebig zu testen und sich danach festzulegen. Als Einsteiger würde ich sogar zu Lightroom tendieren, da es hierfür viel bessere Tutorials gibt.

Ich hoffe ich konnte Euch ein wenig helfen und sage bis dann.

Chris

Fotograf aus Köln

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